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Papillons


Rassestandard laut VDH/FCI

 

Kontinentaler Zwergspaniel – Epagneul nain Continental


FCI Standard Nr. 77

Ursprung: Frankreich und Belgien

Verwendung: Gesellschaftshund

Klassifikation: Gruppe 9 Gesellschafts- und Begleithunde

Sektion 10 Kontinentale Zwergspaniel. Ohne Arbeitsprüfung


Allgemeines Erscheinungsbild:

Dieser kleine prachtvolle Spaniel mit langem Haar hat einen normalen harmonischen Körperbau; sein mäßig langer Fang ist kürzer als der Schädel. Er ist lebhaft und anmutig, jedoch auch robust, und stolz in seiner Haltung. Sein Gang ist frei und elegant. Sein Körper ist etwas länger als hoch.

Wichtige Proportionen:

Länge: Die Länge wird vom Buggelenk zum Sitzbeinhöcker gemessen.

Größe: Sie entspricht der Widerristhöhe.

Kopf:

Im Verhältnis zum Körper normal proportioniert, verhältnismäßig leichter und kürzer als bei großen und mittelgroßen Spaniels.

Oberkopf:

Schädel: Der Schädel darf weder von vorne noch von der Seite gesehen zu rundlich sein; er zeigt manchmal die Andeutung einer Mittelfurche.

Stop: Ziemlich betont in die Schädelpartie übergehend. Bei schweren Hunden ist der Stop weniger ausgeprägt, aber immerhin wahrnehmbar; bei kleineren Hunden ist er stark ausgeprägt, ohne jedoch einen schroffen Absatz zu bilden.

Gesichtsschädel:

Nasenschwamm: Klein, schwarz und rundlich, aber auf der Oberseite leicht abgeflacht.

Fang: Kürzer als der Schädel, fein, spitz zulaufend und seitlich nicht zu stark einwärts gebogen. Er ist nie aufgebogen.

Nasenrücken: Gerade. Lefzen Stark pigmentiert, schmal und eng anliegend.

Kiefer / Zähne: Ziemlich kräftiges, gut schließendes Gebiss.

Zunge: Sie darf nicht sichtbar sein; es ist ein Fehler, wenn sie dauernd heraushängt oder nicht zurückgezogen wird, wenn man sie mit dem Finger berührt.

Augen: Das ziemlich große, weit geöffnete und nicht vorstehende Auge hat die Form einer großen Mandel. Die Augen sind am Kopf ziemlich weit unten eingesetzt, so dass der innere Augenwinkel auf der Trennungslinie von Schädel und Fang liegt. Sie sind von dunkler Farbe und sehr ausdrucksvoll. Das Augenlid ist stark pigmentiert.

Ohren: Das Leder ist recht fein, aber fest. Ob Hängeohr oder Stehohr, es darf nicht zu spitz auslaufen, was mit den Fingern nachzuprüfen ist. Die Ohren sind ziemlich weit hinten am Kopf angesetzt und genügend weit voneinander platziert, so dass die leicht gerundete Form des Schädels sichtbar bleibt.

Varietät mit hängenden Ohren, auf französisch mit dem Ausdruck Phalene bezeichnet:
Das Leder ist recht fein, aber fest. Ob Hängeohr oder Stehohr, es darf nicht zu spitz auslaufen, was mit den Fingern nachzuprüfen ist. Die Ohren sind ziemlich weit hinten am Kopf angesetzt und genügend weit voneinander platziert, so dass die leicht gerundete Form des Schädels sichtbar bleibt.

Varietät mit stehenden Ohren, auf französisch mit dem Ausdruck Papillon bezeichnet:
Ohren hoch angesetzt mit gut geöffneter, seitlich ausgerichteter Ohrmuschel; der innere Rand der Ohrmuschel bildet mit der Horizontalen einen Winkel von annähernd 45°. Auf keinen Fall darf das Ohr spitz aufrecht stehen und dem Ohr eines Deutschen Spitzes ähnlich aussehen; dies ist absolut zu verwerfen. Die Innenseite der Ohrmuschel ist mit feinen, ebenmäßig gewellten Haaren bedeckt, wobei die längsten nur wenig über den Ohrrand hinausragen. Die Außenseite der Ohrmuschel hingegen ist mit langen Haaren bedeckt, welche als üppige Fransen über den Ohrrand hängen. Eine Verpaarung der beiden Varietäten ergibt oft halb aufrecht stehende Ohren mit hängender Spitze. Diese Mischform der Ohrenhaltung ist ein schwerer Fehler.

Hals:

Von mittlerer Länge, der Nacken etwas gewölbt.

Körper:

Obere Profillinie: Weder zu kurz noch gewölbt oder eingesunken; sie darf aber auch nicht ganz flach sein.

Lenden: Leicht gewölbt.

Brust: Breit, ziemlich tief. Der Brustumfang, gemessen zwischen den zwei letzten Rippen, soll ungefähr der Widerristhöhe entsprechen. Rippen gut gewölbt.

Untere Profillinie und Bauch: Leicht aufgezogen.

Rute:

Ziemlich hoch angesetzt, eher lang, mit üppigen Fransen, welche einen schönen Federbusch bilden. Wenn der Hund aufmerksam ist, wird die Rute der Rückenlinie entlang gebogen getragen, wobei die Spitze den Rücken gerade noch berühren darf; sie soll nie eingerollt sein oder flach auf dem Rücken liegen.

Gliedmaßen:

Läufe gerade, kräftig, ziemlich fein. Der Hund darf nicht hochbeinig erscheinen. Von vorne und von hinten gesehen sind die Läufe parallel.

Vorderhand:

Schultern: Schulterblatt gut entwickelt und dem Rumpf gut anliegend.

Oberarm: Gleich lang wie das Schulterblatt und mit ihm einen normalen Winkel bildend. Dem Rumpf gut anliegend.

Vorderfußwurzelgelenk: Von der Seite gesehen sichtbar.

Hinterhand:

Sprunggelenk: Normal gewinkelt.

Pfoten: Ziemlich lange, so genannte Hasenpfoten, welch gleichmäßig auf den Fußballen stehen. Krallen kräftig, vorzugsweise schwarz, heller bei Hunden mit braunem und weißem Haarkleid (weiße Krallen bei weißen Hunden oder bei solchen mit weißen Pfoten sind nicht fehlerhaft, wenn der Hund sonst gut pigmentiert ist). Zehen sehnig, trocken; Ballen widerstandsfähig; zwischen den Zehen reichlich feines Haar, welches vorne über die Pfote hinausragt und eine Spitze bildet.

Gangwerk:

Gang stolz, Bewegungsablauf frei, fließend und elegant.

Haarkleid:

Haar: Das reichliche, glänzende Haar ohne Unterwolle ist gewellt (nicht zu verwechseln mit gelockt), nicht weich, eher etwas kräftig mit einem seidigen Schimmer. Die ziemlich feinen, etwas welligen Haare sind flach eingepflanzt. Das Haarkleid ähnelt dem der kleinen englischen Spaniels, weicht aber eindeutig von dem des Pekinesen ab; andererseits darf es mit dem des Deutschen Spitzes gar keine Ähnlichkeit aufweisen. Am Gesicht, am Fang, auf der Vorderseite der Läufe und unterhalb der Sprunggelenke ist das Haar kurz. Am Körper ist es mittellang. Am Hals ist das Haar länger und bildet einen Kragen und eine schön gewellte, über die Brust fließende Krause. Die Ohren und die Rückseiten der Vorderläufe sind befedert; auf der Rückseite der Oberschenkel entfaltet sich eine umfangreiche »Hose« aus geschmeidigen Strähnen. Dünne Haarbüschel dürfen zwischen den Zehen vorhanden sein und sogar etwas herausragen, soweit sie die Pfoten nicht unförmig, sondern länger und feiner erscheinen lassen. Als Anhaltspunkt: Hunde, deren Haarkleid in guter Kondition ist, weisen am Widerrist Haare von 7,5 cm und an der Rute von 15 cm Länge auf.

Farbe:

Auf weißem Grund sind alle Farben zugelassen. Am Rumpf und an den Gliedmaßen muss das Weiß im Verhältnis zur Farbe vorherrschen. Eine mehr oder weniger breite weiße Blesse am Kopf wird gerne gesehen. Eine weiße Zeichnung an der Unterseite des Kopfes ist zulässig, aber ein vorwiegend weißer Kopf ist fehlerhaft. Auf alle Fälle müssen die Lefzen, die Augenlider und vor allem der Nasenschwamm pigmentiert sein.

Größe und Gewicht:

Widerristhöhe: ungefähr 28cm.

Gewicht: Kategorie 1 : Rüden und Hündinnen von weniger als 2,5 kg.

Kategorie 2: Rüden von 2,5 bis 4,5 kg und Hündinnen von 2,5 bis zu 5 kg.

Minimalgewicht: 1,5 kg.

Fehler:

* Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen
* werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.
* Schädel flach, apfelförmig oder gewölbt wie bei den kleinen englischen Spaniels.
* Stop zu stark oder zu wenig ausgeprägt.
* Nasenschwamm nicht schwarz.
* Nasenrücken konvex (Ramsnase) oder konkav (Sattelnase).
* Unvollständige Pigmentierung der Lefzen.
* Rückbiss und insbesondere Vorbiss.
* Auge klein, zu rund, vorstehend, von heller Farben, mit sichtbarem Weiß, wenn der Hund den Blick nach vorne   richtet.
* Unvollständige Pigmentierung des Lidrandes.
* Karpfen- oder Senkrücken.
* Ringelrute, auf dem Rücken liegende oder auf die Seite fallende Rute (es handelt sich um die knöcherne Rute und nicht um Haare, welche dank ihrer Länge in Strähnen herunterhängen).
* Krumme Vorderläufe.
* Knotige Vorderfußwurzelgelenke.
* Schwache Hinterhand.
* Hinterläufe, deren Stellung am Kniegelenk, am Sprunggelenk oder an den Pfoten von einer senkrechten Linie abweichen.
* Einfache oder doppelte Afterkrallen an den Hinterläufen sind als Schönheitsfehler unerwünscht. Ihre Entfernung ist zu empfehlen.
* Einwärts oder auswärts gedrehte Pfoten.
* Pfoten, deren Krallen den Boden nicht berühren.
* Haarkleid spärlich, weich oder aufgeplustert; senkrecht eingepflanztes oder aufrecht stehendes Haar; wolliges Haar; Unterwolle, die auf eine Kreuzung mit dem deutschen Spitz hinweist.

Ausschließende Fehler:

* Aggressiv oder ängstlich.
* Nasenschwamm rosarot oder rosa gefleckt.
* Rück- oder Vorbiss so ausgeprägt, dass sich die Schneidezähne nicht mehr berühren.
* Gelähmte oder ständig sichtbare Zunge.
* Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.

Anmerkung:

Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.